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Presseaussendung des KH Schwarzach |
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Schulverweigerung: Kinder und Jugendliche oft
psychisch krank - Ursachen und Symptome meist vielschichtig - Mobbing, Gewalt, Angst vor Mitschülern und Lehrern - Trennungsängste und Ablösungsprobleme, soziale Verhaltensstörungen - Behandlung dringend notwendig, sonst droht chronische Erkrankung (18.11.2011, Schwarzach/Salzburg) - Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an psychischen Problemen. Dies führt vermehrt auch zu so genannter "Schulverweigerung" - also wiederholter, unentschuldigter Abwesenheit in der Schule. Gründe und Lösungen diskutierte die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde des Krankenhauses Schwarzach gestern, Donnerstag, anlässlich der 10-Jahres-Feier ihres Psychosomatik-Schwerpunkts. "Die Zahl der psychisch bedingten Fälle von Schulverweigerung ist tendenziell steigend", erklärt Prof. Josef Riedler, Leiter der Kinder- und Jugendstation im Kardinal Schwarzenberg'schen Krankenhaus. Häufig sind die Ursachen dafür vielschichtig. Experten unterscheiden zwischen nicht angstbedingtem "Schulschwänzen", "Schulphobie" - bei der die Schule aufgrund von Trennungsängsten zwar Anlass, aber nicht Ursache der Schulverweigerung ist, und "Schulangst" - also der direkten Angst vor der Schule und deren sozialem Umfeld. "Schulische Anforderungen sind zu hoch" Letztere kann sich in Mobbing, Furcht vor Lehrern oder Mitschülern, schlimmstenfalls auch Gewalt in der Schule begründen. Oft ist es aber auch der Leistungsdruck: "Es wird immer deutlicher, dass die schulischen Anforderungen für die Kinder und Jugendlichen mittlerweile einfach zu hoch sind", betont Riedler. "Zu viel Stoff muss in zu kurzer Zeit verarbeitet werden, ausgleichende Komponenten, wie beispielsweise die gemeinsame Reflexion von Erlebtem, kommen oft zu kurz." Im Krankenhaus Schwarzach müssen jährlich zehn bis zwölf Schüler aufgrund von Schulverweigerung stationär behandelt werden. Nach einem Erstgespräch in der kinderpsychosomatischen Ambulanz werden sie für mehrere Wochen im Spital aufgenommen. Während ihres Aufenthalts werden die Patienten von zwei hauseigenen Lehrerinnen schulisch betreut, um auch in dieser Zeit den Schulstoff möglichst nicht zu verpassen. Neues Kinderspital: Psychosomatik-Bereich wird ausgebaut "In der Therapie selbst ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Kinder- und Jugendabteilung des Krankenhauses besonders wichtig", sagt Riedler. "Medizin, Psychologie, Ergotherapie, Pflege, pädagogische Freizeitbetreuung und Heilstättenschule - oft sind alle einzelnen Disziplinen in den Heilungsprozess involviert." Aber auch Familie und Herkunftsschule werden in die individuelle Behandlung eng mit einbezogen. Die Psychologen organisieren dazu Familiengespräche oder sogar eine so genannte "Helferkonferenz" mit möglichst allen in die Unterstützung des betroffenen Kindes involvierten Personen. So vielfältig die Ursachen, Symptomatiken und die entsprechenden Behandlungsformen auch sind, allen gemeinsam ist eine dringende Behandlungsindikation, denn das Risiko einer chronischen Erkrankung und damit negativer Auswirkungen auf die persönliche und berufliche Zukunft der jungen Menschen ist groß. Um dem steigenden Bedarf Rechnung zu tragen, wird die Infrastruktur in Schwarzach durch den Neubau des Kinder- und Jugendspitals, der bis 2015 fertig gestellt sein soll, verbessert. Der Psychosomatik-Bereich soll erweitert, die Anzahl der momentan verfügbaren zwei Akut- und sechs Planbetten verdoppelt werden. Factbox: - Internationale Studien zeigen, dass 8 bis 10 Prozent der Kinder und Jugendlichen an Angststörungen leiden. - Experten schätzen, dass rund 5 Prozent der Schüler regelmäßig absichtlich der Schule fernbleiben. - Angstbedingte Schulverweigerung tritt gehäuft zwischen dem 5. und 6. bzw. 10. und 11. Lebensjahr auf. - Bei Jugendlichen ist Schulverweigerung bei Haupt- und Sonderschülern cirka drei Mal häufiger als bei Gymnasiasten zu beobachten. - An der Kinderpsychosomatik Schwarzach werden 10 bis 12 Schüler pro Jahr wegen Schulverweigerung stationär behandelt. Rückfragehinweis: Prok. Mag. Karl Söllhammer Leiter Personal & PR Telefon: +43(0)6415/7101-2225 E-Mail: karl.soellhammer@kh-schwarzach.at ---------------------------------------------------------------------------- Mailservice für Journalisten: www.pressefach.info/mailservice |
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